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Kieferchirurgie 13. Mai 2026 · 5 Min.

Was ist ein verlagerter Weisheitszahn? Wann sollte er gezogen werden?

Warum verlagerte Weisheitszähne Beschwerden verursachen können, wann eine Extraktion sinnvoll ist, wie der chirurgische Eingriff abläuft und worauf danach zu achten ist.

Weisheitszähne sind die letzten großen Backenzähne, die ganz hinten im Kiefer durchbrechen – meist zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr. Bei manchen Menschen brechen sie problemlos durch, bei vielen anderen reicht der Platz im Kiefer jedoch nicht aus, sodass der Zahn nicht vollständig durchbrechen kann und im Knochen oder unter dem Zahnfleisch verborgen bleibt. Dieser Zustand wird als „verlagerter Weisheitszahn” bezeichnet. Verlagerte Zähne können mit der Zeit zu Schmerzen, Entzündungen, Karies und Schäden an benachbarten Zähnen führen.

Was ist ein Weisheitszahn?

Weisheitszähne werden auch als dritte Molaren bezeichnet. Normalerweise hat jeder Mensch insgesamt vier davon – zwei oben und zwei unten. Bei manchen Menschen bilden sie sich jedoch gar nicht oder nur teilweise.

Verlagerte Weisheitszähne können in unterschiedlichen Positionen liegen. Manche bleiben vollständig im Knochen, andere brechen teilweise durch das Zahnfleisch durch. In manchen Fällen liegt der Zahn waagerecht und drückt gegen den Nachbarzahn, in anderen Fällen liegt er schräg im Kiefer verborgen.

Warum verursachen verlagerte Weisheitszähne Beschwerden?

Verlagerte Zähne führen am häufigsten zu Schmerzen und einem Druckgefühl. Besonders während des Durchbruchs kann Druck auf das umliegende Gewebe entstehen. Dieser Schmerz kann gelegentlich bis ins Ohr, den Kiefer oder die Schläfe ausstrahlen.

Bei teilweise durchgebrochenen verlagerten Zähnen sammeln sich leichter Bakterien unter dem Zahnfleisch an. Dies kann zu einer Zahnfleischentzündung führen, die als „Perikoronitis” bezeichnet wird. Dabei können Schwellung, Rötung, eingeschränkte Mundöffnung, Mundgeruch und gelegentlich Fieber auftreten.

Waagerecht oder schräg liegende verlagerte Zähne können Druck auf den davorliegenden gesunden Zahn ausüben und so Karies oder Wurzelschäden verursachen. In manchen Fällen kann sich der Gewebesack rund um den verlagerten Zahn im Laufe der Zeit zu einer Zyste entwickeln. Unbehandelte Zysten können bis zum Knochenabbau im Kiefer fortschreiten.

Muss ein verlagerter Weisheitszahn immer gezogen werden?

Nein. Nicht jeder verlagerte Weisheitszahn muss gezogen werden. Wenn der Zahn keine Beschwerden verursacht, das umliegende Gewebe nicht schädigt und regelmäßig kontrolliert werden kann, ist eine Extraktion möglicherweise nicht notwendig.

In folgenden Fällen kann eine Extraktion jedoch empfohlen werden:

  • bei wiederkehrenden Entzündungen
  • bei Schmerzen und Schwellungen
  • wenn der Nachbarzahn geschädigt wird
  • wenn Karies entstanden ist
  • bei einer sich entwickelnden Zyste
  • wenn für eine kieferorthopädische Behandlung Platz benötigt wird
  • wenn die Reinigung nicht möglich ist

Wie läuft die Extraktion eines verlagerten Weisheitszahns ab?

Bei teilweise durchgebrochenen Zähnen kann ein Vorgehen ähnlich einer regulären Zahnextraktion angewendet werden. Bei vollständig verlagerten oder ungünstig positionierten Zähnen ist jedoch ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Während des Eingriffs wird eine örtliche Betäubung verabreicht, sodass der Patient keine Schmerzen verspürt. Das Zahnfleisch wird eröffnet, um den Zahn freizulegen. Falls nötig, wird der Zahn in kleinere Teile zerlegt und entfernt; am Ende des Eingriffs wird die Stelle vernäht.

Die Dauer der Extraktion hängt von der Position des Zahns ab und liegt in der Regel zwischen 20 und 60 Minuten.

Worauf sollte nach der Extraktion geachtet werden?

Damit die Heilung nach der Entfernung eines verlagerten Zahns gut verläuft, sollten einige Regeln beachtet werden.

In den ersten 24 Stunden sollte die Wundauflage wie empfohlen verwendet werden. Am selben Tag sollten heiße, harte und stark gewürzte Speisen vermieden werden. Rauchen und Alkohol können die Heilung verzögern. Von der Verwendung eines Strohhalms wird abgeraten, da dadurch der Blutpfropf gelöst werden kann.

Um eine mögliche Schwellung zu reduzieren, kann von außen Eis aufgelegt werden. Die regelmäßige Einnahme der vom Zahnarzt verordneten Medikamente unterstützt den Heilungsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Extraktion eines verlagerten Weisheitszahns schmerzhaft?

Da der Eingriff unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird, treten während der Extraktion keine Schmerzen auf. Danach sind leichte Schmerzen und Schwellungen normal.

Wie lange dauert die Entfernung eines verlagerten Zahns?

Je nach Position des Zahns dauert der Eingriff in der Regel zwischen 20 und 60 Minuten.

Können mehrere Weisheitszähne gleichzeitig gezogen werden?

In manchen Fällen können der obere und untere Zahn derselben Seite in derselben Sitzung gezogen werden. Für einen angenehmeren Heilungsverlauf werden jedoch manchmal getrennte Sitzungen bevorzugt.

Was passiert, wenn ein verlagerter Zahn nicht gezogen wird?

Verlagerte Zähne, die Beschwerden verursachen, können mit der Zeit zu ernsteren Problemen wie Entzündungen, Karies, Knochenabbau und Schäden an Nachbarzähnen führen.

Fazit

Verlagerte Weisheitszähne können bei vielen Menschen Beschwerden wie Schmerzen, Entzündungen und Zahnschäden verursachen. Durch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen kann der Zustand dieser Zähne frühzeitig beurteilt und bei Bedarf die passende Behandlung geplant werden. Besonders bei Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen oder eingeschränkter Mundöffnung ist eine fachärztliche Untersuchung ohne Zeitverlust wichtig.

Weitere Informationen zur Weisheitszahnentfernung und zur Chirurgie verlagerter Zähne finden Sie auf den Seiten Weisheitszahnentfernung und Chirurgie verlagerter Zähne.