Worauf sollte nach einer Zahnextraktion geachtet werden? Der vollständige Ratgeber
Was in den ersten Stunden und den ersten 24 Stunden nach einer Zahnextraktion zu tun und zu vermeiden ist, zu Ernährung, Mundpflege, normalen Symptomen und der trockenen Alveole (Alveolitis).
Die richtige Nachsorge nach einer Zahnextraktion beschleunigt die Heilung und verringert das Risiko von Schmerzen, Schwellungen und Infektionen. Besonders das, worauf in den ersten 24 Stunden zu achten ist, spielt eine große Rolle bei der Vorbeugung von Komplikationen wie der „trockenen Alveole” (Alveolitis). Hier finden Sie einen ausführlichen Ratgeber darüber, was nach einer Zahnextraktion zu tun und zu vermeiden ist.
Was ist in den ersten Stunden nach der Zahnextraktion zu tun?
Beißen Sie richtig auf die Kompresse
Die nach der Zahnextraktion eingelegte Mullkompresse oder Watte unterstützt die Bildung eines Blutgerinnsels.
- Beißen Sie 30–60 Minuten fest auf die Kompresse
- Wechseln Sie sie bei Bedarf gegen eine saubere Mullkompresse
- Nehmen Sie sie nicht ständig zur Kontrolle heraus
Kühlen Sie die Stelle
Um eine mögliche Schwellung in den ersten 24 Stunden zu verringern:
- Kühlen Sie die Wange von außen mit Eis
- Wenden Sie die Kühlung 20 Minuten an, machen Sie dann 20 Minuten Pause, und wiederholen Sie dies
Diese Methode hilft, Schwellung und Schmerzen zu lindern.
Seien Sie vorsichtig, bis die Betäubung nachlässt
Die Taubheit hält in der Regel 2–4 Stunden an. In dieser Zeit:
- Verzehren Sie keine heißen Speisen oder Getränke
- Achten Sie darauf, sich nicht versehentlich auf die Wange oder Zunge zu beißen
Was sollte in den ersten 24 Stunden nach der Zahnextraktion vermieden werden?
Bestimmte Fehler am ersten Tag können die Heilung erheblich beeinträchtigen.
Verwenden Sie keinen Strohhalm
Das Trinken mit einem Strohhalm erzeugt einen Sog, der das Blutgerinnsel verschieben kann.
Rauchen Sie nicht
Rauchen verlangsamt die Heilung, erhöht das Infektionsrisiko und kann zu einer trockenen Alveole führen.
Trinken Sie keinen Alkohol
Alkohol verzögert die Heilung und kann mit eingenommenen Medikamenten wechselwirken.
Spülen Sie den Mund nicht kräftig
Kräftiges Spülen in den ersten 24 Stunden kann das Blutgerinnsel lösen.
Berühren Sie die Extraktionsstelle nicht
Versuchen Sie nicht, die Stelle mit der Zunge, dem Finger oder einem Zahnstocher zu kontrollieren.
Was sollte nach einer Zahnextraktion gegessen werden?
Ernährungsempfehlungen für den ersten Tag
Am ersten Tag sollten kalte oder lauwarme, weiche und leicht zu verzehrende Speisen bevorzugt werden. Empfohlene Lebensmittel:
- Joghurt
- Pudding
- Bananenpüree
- Suppe (lauwarm)
- Pürees
Ernährung zwischen dem 2. und 7. Tag
Während der Heilung werden weiterhin weiche Speisen verzehrt, und beim Kauen wird möglichst die andere Seite verwendet. Geeignete Lebensmittel:
- Nudeln
- Gekochtes Gemüse
- Ei
- Weicher Käse
Zu vermeidende Lebensmittel
- Chips
- Harte Nüsse
- Samenhaltige Speisen
- Sehr heiße Getränke
- Harte Kekse
Solche Lebensmittel können die Extraktionsstelle reizen.
Wie sollte die Mundpflege nach der Zahnextraktion erfolgen?
Erste 24 Stunden
- Spülen Sie die Extraktionsstelle nicht
- Putzen Sie die übrigen Zähne sanft
- Achten Sie darauf, die Extraktionsstelle nicht zu berühren
Nach 24 Stunden
Eine leichte Spülung mit lauwarmem Salzwasser ist möglich. Besonders nach den Mahlzeiten ist dies hilfreich.
Welche Symptome sind nach der Zahnextraktion normal?
Folgende Symptome gelten in der Regel als normal:
- leichte bis mittelstarke Schmerzen in den ersten 24–48 Stunden
- leichte Blutungen
- ein rosafarbener Speichel
- Schwellung
- eine leichte Einschränkung beim Öffnen des Mundes
Die Schwellung erreicht in der Regel innerhalb von 48–72 Stunden ihren Höhepunkt und geht danach zurück.
Wann sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden?
- Starke Schmerzen: Besonders pochende Schmerzen, die nach 3–5 Tagen einsetzen, können auf eine trockene Alveole hinweisen.
- Lang anhaltende Blutung: Aktive Blutungen, die länger als eine Stunde andauern, sollten untersucht werden.
- Fieber und Schwellung: Zunehmende Schwellung, schlechter Geruch und Fieber können auf eine Infektion hindeuten.
- Anhaltende Taubheit: Hält die Betäubung länger als erwartet an, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden.
Was ist eine trockene Alveole (Alveolitis)?
Eine trockene Alveole entsteht, wenn das nach der Extraktion gebildete Blutgerinnsel verloren geht. Symptome:
- starke, pochende Schmerzen
- ein schlechter Geschmack und Geruch im Mund
- ein sichtbarer Knochen in der Extraktionshöhle
- Schmerzen, die zum Ohr oder Kiefer ausstrahlen
Dieser Zustand wird vom Zahnarzt mit speziellen Verbänden behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Zahnextraktion?
In der Regel sind die Schmerzen in den ersten 2 Tagen normal und lassen mit der Zeit nach.
Wann kann nach einer Zahnextraktion wieder gearbeitet werden?
Bei einfachen Extraktionen ist eine Rückkehr am nächsten Tag möglich. Bei chirurgischen Extraktionen kann eine Ruhepause von einigen Tagen nötig sein.
Wann wird nach der Extraktion ein Implantat gesetzt?
Je nach Situation kann ein Implantat am selben Tag gesetzt werden, in manchen Fällen kann jedoch auch eine Wartezeit von einigen Monaten erforderlich sein.
Ist es normal, dass die Extraktionsstelle dunkel aussieht?
Ja. Das entstandene Blutgerinnsel kann dunkel erscheinen, was in der Regel normal ist.
Fazit
Die Nachsorge nach einer Zahnextraktion ist für einen gesunden Heilungsverlauf von großer Bedeutung. Die Beachtung der Empfehlungen in den ersten Tagen verringert das Risiko von Schmerzen, Infektionen und einer trockenen Alveole erheblich. Bei starken Schmerzen, schlechtem Geruch oder anhaltender Blutung sollten Sie unbedingt Ihren Zahnarzt aufsuchen.
Weitere Informationen zur Zahnextraktion und zur Entfernung retinierter Zähne finden Sie auf den Seiten Zahnextraktion und Weisheitszahnentfernung.